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Mit zunehmender Dauer der Pandemie ergeben sich auch zunehmend wissenschaftliche Erkenntnisse für sehr spezielle Krankheitssituationen und Impf-Schemata. Dies trifft insbesondere für die Frage der Booster-Impfung zu. Dabei ist es auch hier, wie so oft in der Wissenschaft, dass die grundsätzliche Richtung, Booster-Impfungen sind sinnvoll, einheitlich vertreten wird, jedoch zwischen verschiedenen Institutionen und auch zwischen verschiedenen staatlichen Zulassungsbehörden geringe Unterschiede bestehen.

Damit Sie sich ein Bild machen können und eine informierte Entscheidung treffen können, möchten wir Ihnen ein paar Hintergrundinformationen nennen und unsere Empfehlung vorstellen.

Die Auffrischungsimpfung soll mit einem mRNA Impfstoff erfolgen, unabhängig davon,  ob ein Vektorimpfstoff oder mRNA Impfstoff in der 1. Impfserie verwendet wurde. Für die Auffrischimpfung soll möglichst der mRNA-Impfstoff benutzt werden, der bei der Grundimmunisierung zur Anwendung gekommen ist.

Zusätzlich hat die STIKO empfohlenen, bei Menschen mit sehr schwerer Immunsuppression, z.B. angeborene Immundefekte oder Menschen unter Chemotherapie, nicht 6 Monate abzuwarten, sondern bereits nach 4 Wochen die Booster-Impfung zu verabreichen. Das Gleiche gilt für alle Menschen mit einer Impfung mit dem Impfstoff Janssen® der Firma Johnson & Johnson. Begründet wurde dies damit, dass die Wirksamkeit dieses Impfstoff gegen die aktuelle Delta Variante deutlich geringer ist und es zu vermehrten Impf-Durchbruchserkrankungen gekommen ist. Bei den schwer immunsupprimierten Menschen empfiehlt die STIKO zusätzlich eine Kontrolle der Antikörper gegen Sars-CoV-2. Zur STIKO-Empfehlung.

Update I: Anfang November haben die europäische Zulassungsbehörden den Impfstoff Spikevax® der Firma Moderna auch für eine Booster-Impfung zugelassen. Die Zulassung für die Boosterung erfolgt für Vorerkrankte ab 12 Jahren und für alle Menschen die älter als 18 Jahre alt sind, es gibt eine komplexe Anweisung zur Reduktion der Impfdosis für die Boosterimpfung. Immungesunde erhalten nur ½ Dosis Moderna (50 µg); Patienten mit deutlicher Immunsuppression, Chemotherapie, Cortisontherapie etc. eine Standarddosis Moderna (100 µg). Dies kann gegebenenfalls auch schon mit einem geringeren Abstand zur ersten Impfserie erfolgen; fragen Sie diesbezüglich Ihren behandelnden Arzt/behandelnde Ärztin; und geben dies gegebenenfalls im Rahmen der Buchung an.
Gleichzeitig hat die STIKO die Empfehlung ausgesprochen, Schwangere und unter 30-jährige nur mit BioNTech zu impfen. Letzteres wurde mit dem möglicherweise gering erhöhten Myokarditis-Risiko unter Moderna begründet. Um Missverständnisse zu vermeiden: Das Risiko einer Myokarditis ist nur im Vergleich zum BioNTech-Impfstoff erhöht. Das Risiko eine Myokarditis zu entwickeln ist unter dem Impfstoff Moderna deutlich geringer als unter einer natürlich durchgemachten Sars-CoV-2 Infektion! Das Risiko einer Myokarditis unter einem mRNA-Impfstoff betrifft insbesondere männliche junge Personen, darum unsere Empfehlung zur Sportreduktion für 1 Woche, insbesondere nach der 2. Impfung.

Update II: Die STIKO hat aktuell, 19.11.2021, die Booster-Impfung für alle Menschen ab 18 Jahre empfohlen. Dabei hat die STIKO aber betont, dass die Booster-Impfung besonders wichtig ist für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankung und diese zuerst mit einer dritten Impfung versorgt werden sollten. Besonders hebt die STIKO hervor, dass weiterhin die wichtigsten Impfungen die Erst- und Zweitimpfung sind. Darum fordern wir hier zuallererst alle bisher noch nicht geimpften Menschen auf dies endlich nachzuholen!

Update III:  in der 14. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung empfiehlt die STIKO ein "optimierte Grundimmunisierungsregime" auch für den Impfstoff Jansen® der Firma Johnson&Johnson. Der einzige Impfstoff welcher eine Grundimmunisierung mit einer einzigen Dosis erreichen wollte, soll nun i.S. einer Kreuzimpfung, vergleichbar dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca, mit einem mRNA Impfstoff kombiniert werden. Die "Optimierungs- oder Zweitimpfung" nach Impfung mit Johnson&Johnson soll ab 4 Wochen  nach der Erstimpfung erfolgen. Die STIKO schreibt hierzu:"Es gibt bisher keine publizierten Immunogenitäts-, Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten. Die Empfehlung beruht auf immunologischer Plausibilität und der Analogie zur heterologen Vaxzevria® mRNA-Impfung". Auch bei einer Grundimmuniserung mit Johnson und Johnson gefolgt von einem mRNA Impfstoff soll eine Booster-Impfung nach 6 Monaten mit einem mRNA Impfstoff erfolgen. Dieser Empfehlung schliesen wir uns an.

Update IV: außerhalb eines Zulassungsverfahrens hat aktuell der EMA-Direktor für die Impfstrategie Marco Cavaleri bei einer Pressekonferenz der Behörde in Amsterdam am 16.12.2021 mitgeteilt es „sprechen die derzeit verfügbaren Daten für eine sichere und wirksame Auffrischungsdosis bereits drei Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung“, .. Ein so kurzer Abstand wäre möglich, wenn dies „unter dem Gesichtspunkt der öffentlichen Gesundheit wünschenswert ist“. Dies sehen wir gegeben.

Update V: Am 21.12.2021 hat die STIKO unser Vorgehen der Boosterung ab dem dritten Moant nach der Grundimmunisierung auch als allgemeine Empfehlung ausgesprochen, also weiter so Vollgas zur Boosterung um vor/in der Omnikron-Welle einen möglichst hohen AK-Titer und damit Schutz zu erreichen.

Update VI: Am 27.12.2021 hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die die Corona-Impfverordnung dahingehend interpretiert, dass ein Zulassungsüberschreitender Einsatz und speziell auch die Booster-Impfung der 12-18-jährigen, durch die Corona-Impfverordnung gedeckt ist. Es bleibt jedoch dabei, dass eine Zulassung durch die europäischen und deutschen Zulassungsbehörden hierfür nicht besteht und die STIKO nur in Einzelfällen eine Booster-Impfung für unter 18-jährige, z.B. bei Arbeit im Pflegeheim oder Krankenhaus empfiehlt. Falls eine Booster-Impfung unter 18 Jahren gewünscht wird muss also dem Zulassungsüberschreitende Einsatz/Off-Label-Use und dem Fehlen einer STIKO-Empfehlung zugestimmt werden.

Update VII: Am 13.12.2022 hat die STIKO eine Booster-Impfung auch für alle 12- unter 18-jährige empfohlen, eine formale Zulassung durch die EMA ist hierfür noch nicht erfolgt Falls eine Booster-Impfung unter 18 Jahren gewünscht wird, muss also dem Zulassungsüberschreitende Einsatz/Off-Label-Use zugestimmt werden.

Update VIII: Am 03.02.2022 hat die STIKO eine Booster-Impfung II für für Menschen ab 70 Jahren, BewohnerInnen und Betreute in Einrichtungen der Pflege, Menschen mit Immunschwäche ab 5 Jahren sowie Tätige in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen (insbesondere bei direktem PatientInnen- und BewohnerInnenkontakt). Die 2. Auffrischimpfung soll bei gesundheitlich gefährdeten Personengruppen frühestens 3 Monate nach der 1. Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen soll die 2. Auffrischimpfung frühestens nach 6 Monaten erhalten.

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Vor diesem Hintergrund

Wir haben eine Praxis-Empfehlung zur Booster-Impfung wie folgt:

 

Die oben genannten besonders gefährdeten Personengruppen sind mittlerweile geimpft, so dass wir nun alle ab 12 Jahren boostern können.

 

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Stand 18.01.2022

 

 

 

 

 

 

 

Auch die Booster-Impfung kann gleichzeitig mit der Grippeimpfung gegeben werden, vermerken Sie dies gegebenenfalls im Rahmen der Buchung. Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Grippe (Influenza) für alle Personen ab 60 Jahre, chronisch Kranke aller Altersstufen und Schwangere sowie Medizin- und Pflegepersonal.  Das Informationsblatt zur Sicherheit und Wirksamkeit der Grippeimpfung des RKI sollten Sie vor der Buchung der Grippeimpfung gelesen haben. Weitere Informationen zur Grippeimpfung finden Sie auf der Homepage des RKI hier und zur Grippe allgemein hier.